Beim Homburger Kita-Cup gibt’s nur Gewinner


Auch wenn der Spaß an der Bewegung an erster Stelle stand, waren die 14 Teams mit viel Engagement am Start. Beim 14. Kicker-Cup traten 16 Mannschaften gegeneinander an. Ein großer Spaß, nicht nur für die rund 160 Spieler, sondern auch für ihre Fans und Betreuer aus den Horteinrichtungen in und um Bad Homburg.

Bad Homburg. „Teu-fels-bom-ber, Teu-fels-bomber“ schallt es lautstark von der Tribüne der Albin Göhring-Halle. Der komplette Hort der Kita am Heuchelbach – bis auf die zehn, die unten auf der Spielfläche sind – steht an der Ballustrade und feuert die Kicker in den gelben Trikots an. Anpfiff, Anstoß, Tor. Nach wenigen Sekunden steht es schon 1:0, der Jubel bei den Fans der Gelben ist unbeschreiblich.

Auch Sarah (7) und Viktoria (9) sind ganz aus dem Häuschen. Sie haben eigentlich mit Fußball nicht viel am Hut, ihnen ist das „zu viel Gewimmel“, und Sarah reicht es schon, wenn sie mit ihrem kleinen Bruder kicken muss. Aber heute sind sie Feuer und Flamme, klatschen mit ihren Papp-Fächern im Takt. „Das letzte Spiel haben wir eins zu eins gewonnen“, strahlt die Kleine – so kann man es auch sehen. Als die Spieler nach neun Spielminuten und einem 4:0 Sieg zurück auf die Tribüne kommen, werden sie von ihren Freunden, den Erziehern und ein paar Müttern jubelnd begrüßt. Nassgeschwitzt zieht sich der „Capitano“ die Armbinde ab. Auch die Teufelsbomber-Coaches Melli und Christian hat das Spiel geschlaucht, aber „nach einer Niederlage, einem Unentschieden und diesem Sieg sind wir auf einem guten Weg“, lacht der Erzieher.

Bei der 14. Auflage des Kita-Kicker-Cups waren 16 Mannschaften, sieben aus Bad Homburg und neun aus der Umgebung, am Start. Und weil der Termin günstig in den Osterferien lag, konnten die Einrichtungen auch mit vielen Fans in die Ober-Eschbacher Sporthalle kommen. Netterweise hat die Kita St. Stephanus aus Nieder-Eschbach ihr großes Team auf zwei Mannschaften verteilt, nachdem eine Kita nicht erschienen war, so dass das Turnier wie geplant in vier Vierergruppen durchgeführt werden konnte.

Kirsten Stein und Daniel Matuschewski hatten sich extra Urlaub genommen, um den Kicker-Cup für den Jugend-Förder-Verein durchzuführen. Als Schiedsrichter und Helfer standen 13 Fußballer der JSG Bad Homburg C2-Jugend zur Verfügung. Nicht nur Kicker – darunter auch einige Mädchen –, auch die mitgereisten Fans wurden von Marco Vadder, der die Vereinsgaststätte der SG Ober-Erlenbach betreibt, verköstigt. Viele kleine und größere Puzzleteile wurden zu dem sportlichen Ereignis zusammengefügt, das für viele Hortkinder ein Highlight ihrer Osterferien war.

Während es in der Kindergarten-Liga noch nach dem Motto „Dabeisein ist alles“ geht, spielt bei den sechs- bis zwölfjährigen Hortkindern sportlicher Ehrgeiz durchaus eine Rolle. Trotzdem steht Fairplay jederzeit an erster Stelle, und dass mitunter Mannschaften mit deutlich größeren und älteren Spielern auf „Nachwuchsteams“ treffen, ist kein Hindernis. Im Gegenteil: Mehr als einmal luchste ein „Kleiner“ seinem deutlich älteren Gegenspieler den Ball ab und marschierte selbstbewusst Richtung Tor.

„Es geht doch darum, dass die Kinder Spaß haben, sich bewegen und vielleicht anfangen, in einem Verein Fußball zu spielen. Natürlich nimmt bei den Kindern in Summe der Bewegungsdrang ab. Aber gib ihnen einen Ball, und sie sind beschäftigt“, freut sich Matuschewski, Leiter Sportförderung des JFV und im Hauptberuf selbst Erzieher, über das Treiben auf den zwei Spielfeldern.

Dass am Ende jede Mannschaft einen Pokal mit nach Hause nehmen durfte und der Sieger zusätzlich den großen Wanderpokal überreicht bekam, ist eine sehr schöne Geste der Veranstalter, denn so gab es keine „Verlierer“, sondern nur Gewinner beim 14. Kicker-Cup.

Artikel vom 06.04.2016, 03:30 Uhr (letzte Änderung 06.04.2016, 03:31 Uhr)
Artikel: http://www.fnp.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Beim-Homburger-Kita-Cup-gibt-s-nur-Gewinner;art48711,1942842
von Monika Melzer-Hadji